gpspi.conf im Detail erläutert

Die gpspi.conf steuert das Verhalten des GPSPi in Details. Lies hier, welcher Parameter was bedeutet.

LANGUAGE=DE
Bestimmt die verwendete Sprachdatei. DE heißt, dass die gpspi_de.lng herangezogen wird, EN wäre die gpspi_en.lng etc. Du kannst beliebig eigene Sprachdateien ergänzen, berücksichtige allerdings bitte, dass das LC-Display bei Sonderzeichen schnell nicht mehr mitspielt.

DEGREECHAR=223
Gibt den ASCII-Code an, den GPSPi zur Darstellung des Grad-Zeichens (“°”) hinter dem Kurs und als Teil der geografischen Koordinate verwendet. 223 funktioniert gut mit dem LC-Display, 176 für die Darstellung am Monitor.

DISPLAYTYPE=LCD1602
Gibt den Ausgabemodus an. MONITOR verwendet die Standardausgabe (was im operativen Betrieb wenig Sinn macht), DEBUG gibt immer alle sechs Ansichten gleichzeitig auf dem Monitor aus, und LCD1602 verwendet das LC-Display am GPIO-Port.

DISPLAYDELAY=3
Gibt die Zeit in Sekunden zwischen den Ansichten an, Nachkommastellen (mit Punkt getrennt!) sind möglich (bspw. 2.5).

NMEASOURCE=GPS
Gibt die Quelle für die GPS-Daten an. FILE verwendet (systembedingt) historische Daten aus der nmea.txt und ist nur zu Testzwecken sinnvoll.

GPSINTERFACE=ttyUSB0
BAUDRATE=4800
Steuern die Anschlussparameter des GPS-Empfängers. In der Regel sollten bei stimmen; wenn weitere USB-Geräte angeschlossen werden, die ebenfalls eine virtuelle serielle Schnitttstelle bereitstellen, kann GPSINTERFACE abweichen, und manche USB-GPS-Empfänger weichen vom Standard 4.800 Baud ab (bspw. 9.600 oder mehr). Hier hilft die Dokumentation des Empfängers oder auch ausprobieren weiter.

SPEEDUNIT=KMH
Bestimmt, ob die Geschwindigkeit in Kilometer pro Stunde (KMH), Miles per hour (MPH) oder Knoten (KN) ausgegeben werden soll.

HEIGHTUNIT=M
Bestimmt, ob die Höhe in Meter (M) oder Fuß (FT) ausgegeben werden soll.

DATEFORMAT=%a,%d.%m.
TIMEFORMAT=%H:%M
Bestimmt, wie das aktuelle Datum und die Uhrzeit ausgegeben werden. Er verwendet die Standardnomenklatur von Unix, bspw. hier dokumentiert: http://openbook.galileocomputing.de/python/python_kapitel_16_001.htm

Die wichtigsten sind %d.%m.%Y (“31.12.2014”), %m/%d/%Y (“12/31/2014”, amerikanische Notation) und %a,%d.%m. (“Mit, 31.12.”) für das Datum und %H:%M (“23:45”) und %p %I:%M (“pm 11:45”) für die Uhrzeit. Die Sekunden könnten angezeigt werden, allerdings aktualisiert GPSPi die Anzeige innerhalb einer Ansicht nicht, es würde also nur Sinn machen, wenn DISPLAYDELAY auf einen Wert von maximal einer Sekunde gestellt wird – und dann wird’s hektisch.

HOUROFFSET=3
MINUTEOFFSET=0
Damit lässt sich eine Zeitverschiebung von GMT (“GPS-Zeit”) zu lokaler Zeit einstellen; negative Werte sind möglich. MINUTEOFFSET ist nur in sehr exotischen Regionen nötig, die kein ganzes Vielfaches einer Stunde als Abweichung haben: Nepal hat bspw. 5:45h Abweichung zur UTC. Auch die Sommerzeitabweichung muss hier berücksichtigt werden.

1WIRE=ENABLED
Bestimmt, ob der 1wire-Bus gesucht und die Temperatursensonren abgefragt werden sollen. Steht er auf “DISABLED”, wird die Ansicht “Temperaturen” nicht angezeigt, und alle weiteren Parameter sind obsolet.

TEMPALARM=ENABLED
Nur, wenn der Temperaturalarm ENABLED ist, werden die MIN-/MAX-Parameter (s.u.) ausgewertet.

TEMPUNIT=C
Bestimmt, ob die Temperaturen in Celsius (C) oder Fahrenheit (F) angezeigt werden.

1W_LABEL1=1W1
1W_SERIAL1=28-000002c61cb2
1W_MAX1=100
1W_MIN1=0
GPSPi unterstützt und erwartet derzeit genau drei DS18B20-Temperatursensoren am 1wire-Bus (wobei Du, wenn Du weniger hast, dieselbe Seriennummer zwei- oder sogar dreimal verwenden kannst). Daher gibt es drei Blöcke dieser je vier Parameter.

1W_LABEL ist ein maximal drei Buchstaben langer Text, der in der Temperaturansicht in der ersten Zeile über der Temperatur angezeigt wird. 1W_SERIAL ist die Seriennummer des DS18B20. Diese muss auf jeden Fall angepasst werden; jede 1wire-Komponente hat eine weltweit eindeutige ID, und daher wird Dein Temperatursensor eine andere als meine (oben angezeigte) Seriennummer haben. Die Seriennummern aller erkannten 1wire-Komponenten Deiner Umgebung stehen in der Datei “/sys/devices/w1_bus_master1/w1_master_slaves” – welcher welcher ist, da hilft nur ausprobieren.
1W_MAX und 1W_MIN definieren die Alarmgrenzen für jeden Sensor (in der mit TEMPUNIT definierten Temperatureinheit), die einen Alarm auslösen, wenn MIN unterschritten oder MAX überschritten wird und gleichzeitig TEMPALARM=ENABLED ist. Ein “Alarm” heißt allerdings derzeit nicht mehr, als dass in den ersten vier Zeichen der zweiten Zeile “ALRM” (oder das, was in der Sprachdatei stattdessen konfiguriert ist) anstelle von “OK” angezeigt wird. Später soll mal ein Summer etc. ergänzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.